Die Französische Friedrichstadtkirche in Berlin

Gendarmenmarkt & Friedrichstadt

Der Gendarmenmarkt wird oft als schönster Platz Berlins, ja Europas bezeichnet. Dieser Titel geht auf einen Ausspruch des Berliner Schriftstellers und Verlegers Friedrich Nicolai zurück, der im 18. Jahrhundert in Berlin lebte.

Schon zu Zeiten Nicolais schien der Platz die Menschen in seinen Bann zu ziehen. Seitdem hat sich vieles verändert. Vor allem die Gebäude rings um den Gendarmenmarkt stammen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und gehen entweder auf den Wiederaufbau in der DDR oder auf die Zeit nach der deutschen Vereinigung zurück. Geblieben sind dem Gendarmenmarkt die - auf den ersten Blick - drei großen Gebäude auf dem Platz, die sein Erscheinungsbild wesentlich prägen: der Französische Dom auf der Nordseite, der Deutsche Dom auf der Südseite des Platzes sowie das Schauspielhaus (bzw. Konzerthaus) von Karl Friedrich Schinkel als „Weltkind in der Mitten“.

Den Namen „Gendarmenmarkt“ trägt der Platz im Berliner Volksmund schon seit dem 18. Jahrhundert, offiziell aber erst seit 1991. Der Begriff geht auf das „Regiment Gens d´Armes“, einem Kürassierregiment des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. (*1688, †1740; König seit 1713), zurück. Die Idee eines „Regimentes Gens d´Armes“ war durch die Hugenotten nach Brandenburg-Preußen gekommen. In diesem Regiment befanden sich zahlreiche Offiziere und Adlige, die zu den Geflüchteten gehörten. Die Pferdeställe, Kasernen und die Hauptwache dieses Regiments befanden sich von 1736 bis 1773 auf dem Platz. Zuerst hieß der Platz „Friedrichstädtischer Markt“ oder schlicht „Neuer Markt“. Zu DDR-Zeiten trug der Platz den Namen „Platz der Akademie“.

Der Gendarmenmarkt ist Teil der alten Friedrichstadt, einer ab dem Jahre 1688 von Johann Arnold Nering außerhalb der Stadtmauern Berlins angelegten Vorstadt. Heute liegt die ehemalige Friedrichstadt in der Stadtmitte des historischen Berlin zwischen Schlossplatz und Brandenburger Tor.

Ihren Namen erhielt die Friedrichstadt von ihrem Erbauer bzw. Gründer, Kurfürst Friedrich III. (*1657, †1713; als Friedrich I. König in Preußen seit 1701). Nach ihm ist auch die Friedrichstraße als nordsüdliche Hauptachse der Friedrichstadt benannt. Seiner zweiten Gemahlin, der ersten preußischen Königin Sophie Charlotte, zu Ehren heißt die Parallelstraße zur Friedrichstraße, die den Gendarmenmarkt zugleich nach Westen begrenzt, Charlottenstraße.

Das Gebiet der Friedrichstadt erstreckte sich im Norden bis zur Dorotheenstadt (bzw. bis zur heutigen Behrenstraße), im Osten bis zum Friedrichswerder, im Süden bis zum Halleschen Tor und im Westen bis zum Brandenburger Tor. Im Jahre 1709 wurde die Friedrichstadt eingegliedert nach Berlin. Sie entwickelte sich zu einem bevorzugten Wohngebiet der französischen Réfugiés (= Flüchtlinge), zu einem regelrechten „quartier français“. Nicht von ungefähr ist die nördliche Begrenzung des Gendarmenmarktes, eine Parallelstraße zu „Unter den Linden“, die „Französische Straße“.